Verkehr: Resolution

Verkehrsresolution beschlossen!

Bei der Gemeinderatssitzung am 13.3.2017 wurde die von der ÖVP-Fraktion eingebrachte Resolution diskutiert und mit SPÖ-Abänderungen (rot dargestellt) einstimmig beschlossen. Die Resolution wurde zwischenzeitlich an alle zuständigen Stellen weitergeleitet.

Mehr Verkehrsberuhigung und Verkehrssicherheit für Trausdorf an der Wulka

Anlass/Situation:

Der Straßenverkehr in unserer Gemeinde nimmt seit Monaten und Jahren, vor allem entlang der Hauptdurchzugsstraße B 52 (Eisenstädter Straße, Obere- und Untere Hauptstraße) stetig zu.

Diese Tatsache wurde nicht nur durch die Bevölkerung bemerkt, sondern auch durch Verkehrszählungen in der Vergangenheit festgestellt. Für die steigende Verkehrsbelastung können augenscheinlich, die steigende Besucheranzahlen der Veranstaltungsstätten „Seebühne Mörbisch“ und „Römersteinbruch St. Margarethen“, die ihre Besucherzahlen seit über einem Jahrzehnt auf je rund 110.000 pro Jahr mehr als verdreifachten und das durch Ausbau der Parkplätze, Steigerung der Vorführungen sowie zusätzlicher musikalischer Veranstaltungen außerhalb der Oper- und Operettenaufführungen.

Dieser Teil der im Sommer „fast täglich“ Verkehrsbelastung löst nahtlos den Heimreiseverkehr der Schönwetter/Tagestouristen ab, und zieht sich bis in die Nachstunden hin.

Der mittlerweile jährlich Zu- und Ausbau des Family-Parks in St. Margarethen, welcher alleine in der gesamten Saison 2016 von Mitte März bis Ende Oktober 617.000 Besucher zählt. Durch den „Weihnachtszauber“- Event, welcher 2016 das erste Mal stattgefunden hat, wurden Anfang Dezember zusätzlich noch 16.000 weitere Besucher angelockt.

Der zunehmende Verkehr durch den Tagestourismus, welcher durch den steigenden Wunsch nach „Natur und Freiraum“ der Bevölkerung aus urbanen Bereichen verursacht wird. Die aus diesem Bedürfnis resultierende Verkehrsbelastung zieht sich dabei von den frühen Morgen- bis die Abendstunden in beiden Fahrtrichtungen hin.

Die zunehmende individuelle Mobilisierung der Bevölkerung, wohl in Ermangelung ausreichender Arbeitsplätze sowie passender Anbindung des öffentlichen Verkehrs als verantwortlich gesehen werden.

Aber auch „der Schleichweg“ für die ungarische Bevölkerung über den Grenzübergang St. Margarethen trägt das seine zur Verkehrsbelastung bei. Mit dieser stetig steigenden Zahl des Kraftfahrzeugverkehrs geht naturgemäß eine gleichsam steigende Lärmbelästigung einher, die sich auf das Wohlbefinden und die Gesundheit der Bevölkerung nachteilig auswirken. Dieser generell stark zunehmende Verkehr stellt auch die Anrainer und Fußgeher entlang der Hauptdurchzugsstraße vor besondere Herausforderungen. Das undisziplinierte Fahrverhalten mancher Autofahrer und die Geschwindigkeitsübertretungen erschweren die Situation zusätzlich.

Zudem findet auch die demographische Entwicklung in dieser Betrachtung ihre Notwendigkeit. So ist aus Sicht der vorausberechneten Bevölkerungsstruktur im Burgenland (durch die Statistik Austria) ein Einwohnerzuwachs in den Jahren 2015 bis 2030 um rund 9,5% zu erwarten. Der Anteil der über 65-jährigen Menschen steigt dabei um rund 42%.

Erfreulich ist, dass bereits einige gemeinsame Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit gesetzt wurden – zuletzt Errichtung eines Schutzweges im Bereich Eisenstädter Straße / Linke Wulkazeile, sowie eines Kreisverkehres bei der Ortseinfahrt aus Fahrtrichtung Eisenstadt kommend.

Es ist jedoch zu erwarten, dass das Verkehrsaufkommen weiter steigen wird. Daher gilt es, zum Wohl der Menschen in unserer Gemeinde, gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit zu entwickeln und wenn möglich umzusetzen.

RESOLUTION

Der Gemeinderat der Gemeinde Trausdorf an der Wulka ersucht die dafür zuständigen Stellen des Landes und die Bezirksverwaltungsbehörde um Prüfung und um Stellungnahme zu nachfolgenden angeführten Punkten, die vor allem zur Verkehrsberuhigung, der Lärmverringerung und der Sicherheit auf und entlang der B 52 führen sollen.

  • 1. Öffentliche Verkehrsmittel

Anlass/Situation:

Der Berufs/Pendlerverkehr der Gemeinde Mörbisch am See / Rust am See / St. Margarethen im Burgenland und Trausdorf an der Wulka ist aufgrund der derzeit unzureichenden und unbefriedigten Intervallen und Anbindungen an öffentliche Verkehrsmittel gezwungen auf den Individualverkehr „umzusteigen“. Die Arbeitsmarktsituation bringt mit sich, dass immer mehr Erwerbstätige eigene Kraftfahrzeuge anmelden müssen und so zur Steigerung der Verkehrsbelastung „beitragen müssen“.

Lösungsansatz:

Wir ersuchen das Land Burgenland ihre bereits gewonnenen Erkenntnisse über die demographische, arbeitsplatzpolitische und touristische Entwicklung des Bereiches Eisenstadt Umgebung / Süd zu nutzen und auch weiter zu beachten, um festzustellen, wie sich der Bedarf an öffentlichen Verkehrsmitteln nicht nur in den Intervallen sondern auch in der Ausgestaltung der dazu verwendeten Fahrzeuge wiederfindet, um auch älteren und gebrechlichen Menschen eine echte Alternative zum eigenen Kraftfahrzeug anzubieten.

Wir ersuchen in weiterer Folge entsprechende Unterstützung der Verwirklichung und Planung mit den Betreibern der Verkehrsbetriebe.

  • 2. Verkehrskonzept

Anlass/Situation:

Der Schönwetter-, Sommer- und Festspieltourismus erhöht und entwickelt sich kontinuierlich, mit keinem ernstzunehmenden Entlastungs- und Verringerungsszenario. Tendenzen zur Stagnation sind durch die Bevölkerung nicht erkenn- und bemerkbar. Fast ausschließlich rollt dieser Tourismus durch die Ortschaft ohne anzuhalten. Dabei wird die Zufahrt über die A3 und S31 gewählt. Auch der Individual- und Zustellverkehr benutzt die Durchzugsstraße der B52 um an die Anbindungen zur S31/A3 zu kommen.

Lösungsansatz:

Wir ersuchen das Land Burgenland die geplante Verlängerung der A3 bis zum Grenzübergang Klingenbach zum Anlass zu nehmen, um die Möglichkeit und Machbarkeit einer in diesem Bereich beginnenden „Umfahrung/Spange“ A3 zu den Gemeinden St. Margarethen und Rust (dazwischen liegend?) zu hinterfragen und zu überprüfen.

  • 3. Rad- und Begleitweg entlang der B52

Anlass/Situation:

Die Nähe von Eisenstadt mit ihren Einkaufszentren, macht, in Anbetracht der nicht einladenden Verfügbarkeit von öffentlichen Verkehrsmittel, die Nutzung des Fahrrades als Transport- und Fortbewegungsmittel attraktiver. Aber auch der steigende Radtourismus und das Sportgerät Fahrrad lassen zunehmend Frequentierung der B52 zwischen Eisenstadt und Trausdorf erkennen. Verstärkt wird dieser Straßenabschnitt zudem von in ihrer Fortbewegung geh- und behinderten Menschen mit Elektrofahrzeugen genutzt.

Lösungsansatz:

Aufgrund des zunehmenden Verkehrs und der oft rücksichtslosen Fahrweise mancher Autofahrer, gepaart mit erhöhter Geschwindigkeit, birgt das Radfahren und Wandern sowie die Nutzung durch behinderte Menschen mit Elektrofahrzeugen auf und entlang der B52 einige Gefahrenquellen, die sich durch die Errichtung eines Begleitweges minimieren lassen würde. Sollte seitens des Landes Interesse an einer gemeinsamen Errichtung eines Rad- oder Begleitweges bestehen, ersuchen wir um Kontaktaufnahme. Die Gemeinde (der Bürgermeister) ist für Gespräche bereit. Gerne wird auch erforderlicher Kontakt mit der Stadtgemeinde Eisenstadt geführt.

  • 4. Verkehrskonzept im Ort:

Anlass/Situation:

Der Gemeindeverwaltung, dem Bürgermeister und auch dem Gemeinderat ist die Verkehrssicherheit und – beruhigung in unserer Gemeinde ein großes Anliegen. Wir arbeiten ständig an Verbesserungen und Lösungen. Vor allem in Bereichen wo Straßenabschnitte saniert und neugestaltet werden. Die Gemeinde Trausdorf an der Wulka hat sich im Prozess Dorferneuerung unter Einbindung der Ortsbevölkerung mit vielen wichtigen Themen befasst. Breite Teile der Ortsbevölkerung haben daran mitgewirkt und waren bestrebt eine Verbesserung der Lebensqualität in unserer Gemeinde zu erwirken. Ein Thema dieses Prozesses befasst sich mit dem Verkehr in unserer Gemeinde.

Lösungsansatz:

Der Gemeinderat beauftragt einen auf Verkehrsfragen spezialisierten Planer mit der Erstellung eines umfassenden Verkehrskonzeptes für den Ort. Anschließend soll sich eine Projektgruppe, bestehend aus Mitgliedern des Gemeinderates, aus interessierten und ambitionierten Mitbürgern unserer Gemeinde und aus externen Verkehrsexperten (z.B. Land, Asfinag, Kuratorium) mit dem Thema Verkehr befassen, Verbesserungsvorschläge erarbeiten und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorlegen um anher die Realisierung von Vorschlägen mit dem Land Burgenland prüfen zu können.

  • Weitere Maßnahmen

Verkehrsfrequenz

Um fundierte Aussagen über die Bedeutung des regionalen bzw. überregionalen Verkehrs treffen zu können, sollten Verkehrszeichenfeststellungen in Zusammenarbeit mit dem Land Burgenland, Kuratorium für Verkehrssicherheit, etc. durchgeführt werden.

Seitens der Verkehrsexperten sollte ein Erhebungszeitraum von Mitte April bis Ende September in Betracht gezogen werden, wobei auf die Ferien- und Festspielzeit besonderes Augenmerk gelegt wird.

Seit der Fertigstellung des Turbokreisverkehrs Siegendorf ist zwar eine deutliche Reduktion ausländischer Fahrzeuge zu verzeichnen. Um auch hier Rückschlüsse ziehen zu können, ersuchen wir das Land Burgenland, diesbezüglich vorhandene aktuelle Daten der Gemeinde Trausdorf zur Verfügung zu stellen.

Verkehrsbeschränkungen

Um Etwaige Verkehrsbeschränkungen umsetzen zu können – z.B. LKW-Fahrverbot in den Nachtstunden – sollten zusätzliche Erhebungen des Schwerverkehrs durch Verkehrszeichenverfolgung durchgeführt werden, um feststellen zu können, wieviel LKW‘s einer drohenden Kontrolle am LKW-Kontrollplatz in Eisenstadt ausweichen und daher die B 52 Ruster Straße in den Ortschaften zusätzlich belasten.

Darauf basierend soll anher ein LKW-Fahrverbot ausgenommen Ziel- und Quellverkehr entlang der B 52 Ruster Straße verordnet werden.

Zusätzliche Ampellösungen könnten die durchschnittliche Verkehrsfrequenz regulieren und so auch dem Querverkehr im Ort bzw. dem Anrainerverkehr bessere Verkehrsbedingungen ermöglichen. (eventuelle Blockabfertigung bei z.B. mehr als 200 Autos in 15 Minuten in einer Richtung)

Kreisverkehr Siegendorf - Trausdorf (B52)

Aufgrund der baulichen Situation des Autobahnknotens (Anschlussstelle Süd) bzw. der überdurchschnittlichen Verkehrsfrequenz aus Siegendorf, kommt es vor allem in den Morgenstunden zu einem erheblichen Rückstau von Fahrzeugen, der in der Regel bis zum Weingut, teilweise auch bis zum Ortsanfang Trausdorf, reicht.

Zur Entlastung und Verbesserung der Situation sind bauliche Maßnahmen unumgänglich. Dabei wären beispielsweise eine Änderung der Autobahnauffahrt Richtung Eisenstadt Ost/Schützen zu überprüfen oder eine zweite Spur als direkter Autobahnzubringer ab Kreisverkehr Siegendorf umzusetzen.

Im Zuge einer solchen Planung könnte auch die Machbarkeit einer zusätzlichen Radverbindung nach Eisenstadt überprüft bzw. realisiert werden.

Verkehrskontrollen

In der Gemeinde Trausdorf wurden in den letzten Jahren durch zusätzliche bauliche Maßnahmen (Fußgängerampel, zusätzlicher Zebrastreifen) Verbesserungen bei der Verkehrssicherheit erreicht. Auch durch den Kreisverkehr am Ortsbeginn von Eisenstadt kommend, konnte die Einfahrtsgeschwindigkeit in den Ort deutlich gesenkt werden.

Zusätzliche Präsenz bzw. Geschwindigkeitskontrollen durch die Exekutive könnten die Verkehrssicherheit für andere Verkehrsteilnehmer, wie Radfahrer und Fußgänger, deutlich erhöhen.

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